Fruchtsäurepeeling für Zuhause – empfehlenswert?

Jeder wünscht sich sie und kaum einer hat sie: Die perfekte Haut. Für jeden sieht die perfekte Haut anders aus und so wäre mein Ideal leicht gebräunt mit Sommersprossen, kleine Poren, sowie keine Unreinheiten. Stattdessen bin ich so hell, dass ich mehr Licht reflektiere, als eine frisch gestrichene weiße Wand. Dazu kommen noch große Poren in der T-Zone. Mit Selbstbräuner und Henna lassen sich zum Glück ein schöner Teint und süße Sommersprossen zaubern, doch wie gehe ich das Problem mit meinen Poren an? Genau diese Frage habe ich mir seit meinen Teenie-Tagen gestellt und mir alles mögliche ins Gesicht geklatscht. Primer und Foundation füllen die Poren natürlich auf und lassen die Haut glatt erscheinen, bis man sich wieder abschminkt und dann den Abyssus – den tiefen Abgrund – erblickt.

Vor etwa einem Jahr bin ich dann zufällig auf ein Fruchtsäurepeeling für Zuhause gestoßen. Es handelt sich dabei um eine Glycolsäure, die auch als AHA bekannt ist. Ich habe mir das Set von Clear Derm für etwa 40€ gekauft, was nur einen Bruchteil einer echten Fruchtsäure-Behandlung bei einer Kosmetikerin kostet.

Empfohlen wird die Anwendung bei folgenden Hautzuständen:

Grobporige Haut
Unreine Haut
Müde Haut
Verhornungsstörungen
Fältchen und Anzeichen vorzeitiger Hautalterung

Anwenden darf man die Glyolsäure nur bei gesunder Haut und nicht bei folgenden Hautzuständen:

Akne und Entzündungen
bei Überempfindlichkeit
auf verletzter oder erkrankter Haut (zum Beispiel Herpeserkrankung)
in der Schwangerschaft und Stillzeit
während der Einnahme von Isotretinoin

Auf gar keinen Fall darf die Glycolsäure mit den Augen oder Schleimhäuten (Nase, Mund und Rachen) in Berührung kommen und natürlich darf nichts verschluckt werden.

Bevor man mit der eigentlichen Behandlung anfängt, muss man die Haut vorbereiten. Das heißt, wenn man noch nie ein Fruchtsäure-Produkt verwendet hat, sollte man auf seiner Haut eine 5%-ige Mischung jeden Tag einmal für zwei Minuten einwirken lassen und das zwei Wochen lang. Da ich schon Erfahrung mit AHA-Produkten habe, musste ich die 5%-ige Mischung einmal täglich für zwei Minuten drei Tage lang verwenden. Die Einwirkungszeit hängt von der Empfindlichkeit der Haut ab; so kann man anfangs mit einer Minute anfangen und sich langsam auf bis zu 5 Minuten steigern.

Nach der Vorbereitung der Haut, kann man direkt mit dem Fruchtsäurepeeling beginnen. Zuerst habe ich mir die Haut mit einer ph-neutralen Seife gereinigt und dann die Lippen, Augenpartie und Haaransatz mit Vaseline eingefettet, da diese mit der Säure nicht in Berührung kommen dürfen. Danach habe ich den Neutralisator neben mich gestellt und ein Tuch, Wattepads, als auch einen Fächerpinsel vorbereitet.

Nun zum Anmischen der Säure: Es wird empfohlen, zuerst mit einer 10%-igen Mischung zu beginnen. Dazu benötigt man eine Schale, destilliertes Wasser, eine Pipette und die 70% Fruchtsäure. Im Heftchen steht die genaue Anleitung und das Mischverhältnis. Um eine 10%-ige Konzentration zu erhalten, nimmt man die Pipette und saugt etwas destilliertes Wasser ein. Exakt 42 Tropfen kommen in die säureresistente Schale. Nun nimmt man mit der Pipette etwas Fruchtsäure auf und lässt genau sieben Tropfen in das selbe Behältnis. Die restliche Säure kommt dann wieder in das originale Fläschchen.

Mit dem Fächerpinsel gehe ich in die 10%-ige Konzentration und streiche vorsichtig meine Gesichtshaut damit ein. Nach zwei Minuten Einwirkungszeit sprühe ich einen Wattepad großzügig mit dem Neutralisator ein und tupfe damit mein Gesicht ab. Danach trage ich eine fettreiche Creme ohne Duft- und Konservierungsstoffe auf. Zu empfehlen sind zum Beispiel die Marken La Roche Posay und Avene; beide in Apotheken erhältlich. Wenn man in die Sonne geht, darf man auf gar keinen Fall den Sun-Blocker vergessen, da die Hautbarriere geschwächt ist.

Nach zwei bis drei Tagen sollte sich die Haut nun schälen, das heißt die oberste Hautschicht fühlt sich rau oder gar krustig an. Mit einem Luffa-Schwamm kann man die toten Hautzellen dann leicht abrubbeln. Wenn die Haut keinerlei Reaktion auf die 10%-ige Mischung gezeigt hat, dann darf man nach zwei Tagen ohne Anwendung die Konzentration auf 20% steigern. Falls die Mischung wieder keine Reaktion hervorgerufen haben sollte, kann man die Mischung nach einer Woche ohne Anwendung auf 30% usw steigern. Bei einer Reaktion der Haut sollte der Abstand zwischen den Behandlungen eine bis drei Wochen dauern. Bei mir ist so gewesen, dass sich gar keine Reaktion gezeigt hat, obwohl es ziemlich gekribbelt hat. Bei 40% habe ich mit dem Fruchtsäurepeeling dann aufgehört, da meine Haut immer empfindlicher wurde. Das hat sich darin geäußert, dass ich vermehrt Pickel und Rötungen bekommen habe, die sehr hartnäckig waren. Im übrigen haben meine Schwester und Mutter dieses Set ebenfalls ausprobiert und bei beiden gab es auch keine Reaktion. Also keine kleinen Poren für uns! 🙁

Insgesamt kann ich das Fruchtsäurepeeling für Zuhause nicht empfehlen, da es meinen Hautzustand verschlimmert hat. Natürlich könnte es darin liegen, dass meine Haut eher trocken ist und damit nicht optimal für das Peeling. Meine Schwester und Mutter haben eine Mischhaut beziehungsweise fettige Haut und bei beiden hat das Fruchtsäurepeeling auch nichts gebracht. Vielleicht haben noch viel mehr Faktoren eine Rolle gespielt, aber da es bei keinem Hauttyp richtig funktioniert hat, würde ich das Geld lieber bei einem Besuch bei einer Kosmetikerin investieren.

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